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21 09, 2022

Interview mit Florian Schroeder

2022-09-22T10:24:21+02:0021. September 2022|Allgemein|

„Ich denke, wir Älteren sollten uns ändern“ Mehr Medienerziehung für Schüler und Erwachsene ist nötig, sagt der Kabarettist Florian Schroeder. Wer weiß, wie Internet und soziale Medien funktionieren, fühlt sich weniger ausgeliefert. Florian Schroeder Foto: Frank Eidel Herr Schroeder, über Winnetou wird gerade viel gestritten, Kritiker werfen Karl May „kulturelle Aneignung“ vor, der Ravensburger Verlag hat ein Buch zum neuen Film zurückgezogen. Haben Sie selbst Karl May gelesen? Und würden Sie Kindern Winnetou vorlesen? Die Winnetou-Bücher sind ganz an mir vorbeigegangen, einige Filme habe ich im Fernsehen gesehen. Meine Lieblingssendungen waren „Ein Fall für TKKG“, „Fünf Freunde“, später „Knight Rider“ und „Baywatch“ – das nur wegen der komplexen Drehbücher, nicht wegen Pamela Anderson. Dennoch würde ich aber dafür werben, dass man Winnetou liest und anschaut und sich mit Kindern zusammen mit dieser Figur auseinandersetzt. Wie kommt es, dass das Thema kulturelle Aneignung so wichtig geworden ist? Das hat mehrere Ursachen. Eine Generation ist an die Lautsprecher getreten, die zu Recht einfordert, dass eine weiße Mehrheitsgesellschaft nicht länger über Menschen mit Migrationshintergrund, mit anderer Hautfarbe etc. spricht, sondern mit ihnen, ihnen zuhört und ihre künstlerischen Beiträge stärker in den Blick nimmt. Wenn eine junge Generation auf den Plan tritt, dann tut sie das aus Sicht der Älteren manchmal auch zu laut und schrill. Das gehört dazu und sorgt doch zugleich für ein Problem: Wenn das Ziel des Fortschritts darin besteht, dass es wieder von Hautfarben abhängt, wer welche Musik spielen oder welche Filme zeigen darf, schlägt der Fortschritt um in sein Gegenteil und trägt selbst zu einer neuen Segregation bei: Kunst von Person of Color nur performt von Person of Color – das wäre dann eine neue Ghettoisierung. Zur Spaltung der Gesellschaft haben in den vergangenen Jahren vor allem Corona-Leugner und Putin-Versteher beigetragen. Wie kommt es zu solchen Entwicklungen? Corona-Leugner und Putin-Mitgefühlpopanze haben vieles gemeinsam, beide verleugnen die Wirklichkeit. Sie verlangen Selbstbestimmung und Freiheit, wissen aber gleichzeitig nicht wirklich, wie sie damit eigentlich umgehen sollen. In ihren Verschwörungsmythen machen sie ständig eine höhere Macht oder Autorität aus, die angeblich die Welt einschränkt, so dass sie sich als Opfer fühlen können. Bei Corona waren es Bill Gates, die Rothschilds oder die Juden allgemein. Putin-Versteher werfen dem Westen vor, Russland degradiert und das Gefühl der Minderwertigkeit gegeben zu haben. Diejenigen, die sich jetzt zu Verteidigern Russlands aufschwingen, richten sich ein in diesem Opfermythos. Wie die Vorkämpfer der Freiheit in einem repressiven Staat putinscher Provenienz überleben wollen, muss wohl ihr Geheimnis bleiben. Welche Rolle spielen die sozialen Medien bei diesen Prozessen? Anders als früher kann jetzt jeder Mensch senden und einen Pranger aufstellen. Dadurch entsteht eine gewisse Dynamik der Entrüstung. Denn die Algorithmen sorgen dafür, dass das, was ohnehin schon polarisiert, zugespitzt formuliert und laut ist, nach oben gebracht wird. Die Folge ist eine Verkürzung der Wahrnehmung. Wir lesen nur noch Überschriften und nehmen Bilder, Screenshots etc. auf. Unser intuitives, emotionales System wird sofort in Beschlag genommen. Das führt nicht unbedingt dazu, dass wir schlechter denken, aber es führt zu einer größeren Aufgeregtheit und [...]

15 09, 2022

Wie man sich verlässlich informiert

2022-09-15T16:03:57+02:0015. September 2022|Allgemein|

Lügen und gezielte Falschmeldungen nehmen zu. Damit Schüler nicht darauf hereinfallen, braucht es Medienerziehung. Das Projekt Zeitung in der Schule hilft. Manchmal können die Wochen vor den Sommerferien ja ganz schön lang werden. Für die Viertklässler der Grundschule Großerlach vergingen sie in diesem Jahr ziemlich schnell, berichten Malin, Pia, Marla und Jazmin. Drei Wochen lang beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der „Stuttgarter Zeitung“. Alle führten ein Lesetagebuch. „Besonders gefielen uns die tägliche Karikatur, der tägliche Kinderartikel und die wöchentliche Kinderzeitung mit dem Reporter Paul“, schrieben die Schülerinnen. Zwei Kinder suchten Artikel zum Thema Klimawandel – mit dem Thema hatten sie sich einige Monate zuvor im Sachunterricht befasst. Auch einen Journalisten lud die Klasse in den Unterricht ein. „Warum sind Sie Reporter?“, wollten die Schüler wissen. Wie er denn arbeite, von wem er Informationen erhalte, wie eine Zeitung entstehe. „Die drei Wochen gingen so rasend schnell vorbei, und das Projekt machte uns riesigen Spaß“, berichten die Kinder in einem Artikel für ihr Gemeindeblatt. Nun startet die nächste Runde für die Projekte „Zeitung in der Schule“ und „Zeitung in der Grundschule“. Bis zum 6. Oktober können Lehrerinnen und Lehrer ihre Klassen anmelden. Teilnehmen können alle Schul­arten. Seit mehr als 40 Jahren unterstützt die Stuttgarter Zeitung die Schulen in der Region Stuttgart bei der Medienerziehung, im vergangenen Jahr haben rund 350 Klassen daran teilgenommen. „Schüler sollten früh die unterschiedlichen Medien kennenlernen und erfahren, wie diese arbeiten, woher ihre Informationen stammen und wie sie finanziert werden. Dazu leistet das Projekt Zeitung in der Schule einen wichtigen Beitrag“, sagt Joachim Dorfs, Chefredakteur der „Stutt­garter Zeitung“. Fächerübergreifendes Projekt Grundschulen erhalten drei Wochen lang die Zeitung, für sie gibt es drei mögliche Lieferzeiträume. Die weiterführenden Schulen können zwischen acht Terminen wählen, sie bekommen die Zeitung vier Wochen lang geliefert – als gedrucktes Exemplar morgens frisch auf die Schulbank. Oder auch als E-Paper, also als digitale Ausgabe der Zeitung, die dann am Bildschirm durchgeblättert werden kann. Das war in den vergangenen zwei Schuljahr oft hilfreich, weil coronabedingt einzelne Schüler oder auch Klassen zeitweise nur Online-Unterricht hatten. Da war es natürlich gut, die Zeitung zu Hause am Bildschirm lesen zu können. Ziel des Projekts ist, dass sich Schülerverlässlich informieren und eine unabhängige Meinung bilden können. Es ist nicht nur für den Deutschunterricht oder für Gemeinschaftskunde geeignet. Manche Klassen nutzen die Zeitung fächerübergreifend – etwa, um aktuelle Informationen für den Biologieunterricht, Geographie oder den Ethikunterricht zu suchen. Oder auch, um ihre Umgebung besser kennenzulernen. Auch Klatsch und Tratsch Der Anteil der Schüler, die ohne Tageszeitung aufwachsen, wird größer. Manche Kinder und Jugendlichen haben erstmals bei den Zeitungsprojekten eine Zeitung in der Hand. Schüler sind oft überrascht, dass sie darin auch Artikel finden, die sie spannend finden und die sie betreffen. Etwa über Sportveranstaltungen, neue Berufe oder die Aktionen von Fridays for Future. Auch die Kindernachrichten, Tiergeschichten, Polizeimeldungen, Klatsch und Tratsch sind sehr beliebt. Angesichts zunehmender Falschmeldungen und Manipulationsversuche über die sozialen Medien wird die Medienerziehung in der Schule immer wichtiger. Schüler erfahren, was Journalisten und Influencer unterscheidet, wie [...]

14 06, 2022

Aus Zeitungen werden Kleider

2022-06-14T18:39:30+02:0014. Juni 2022|Allgemein|

Schnittstelle zwischen Zeitung und Kunst In der Kunstprofilklasse 9b des Heinrich-Heine Gymnasiums in Nellingen wurden die Scheren ausgepackt Während des Projekts ,,Zeitung in der Schule” entstand in unserer Klasse schnell der Wunsch, die Zeitung nicht nur im Deutschunterricht zu lesen und uns dort intensiv und kritisch mit dem Medium Tageszeitung auseinanderzusetzen, sondern auch, uns kreativ mit der Zeitung zu beschäftigen. „So viel Papier kann man doch nicht einfach immer nur wegwerfen”, kritisierte eine Schülerin, und schon war die Idee geboren, dieses im Fach Kunst zu verwenden, um Mode daraus zu machen.  „Kreiert einen neuen Look für ein feines Event”, lautete dementsprechend dann die Aufgabe der Kunstlehrerin. Hier zeigte sich, dass die 9b eine wahre „Kunstklasse“ ist. Im Rahmen des Kunstprofils ist Bildende Kunst Hauptfach. Über mehrere Wochen befassten sich die Schüler*innen im Kunstraum mit den Themen Papier, Zeitung und Modedesign. Sie entwarfen nicht nur einen wirklich tragbaren Anzug oder ein tragbares Kleid, sondern erstellten auch Stoffmuster mit Hilfe verschiedener Klebstoffe und der aktuellen Tageszeitung. Dabei galt es vor allem, auf künstlerische Aspekte wie Kontrast und verspielte Details zu achten. Anschließend wurden die Zeitungskleider fotografisch weiterbearbeitet. Und die Ergebnisse können sich wenn auch nicht immer tragen, so doch auf jeden Fall sehen lassen. Kara Bierbrauer, Klasse 9 b

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